2013-07-15 09:51

ECO Platform Launching Event


With an event at Sofitel in Brussels, the ECO Platform is celebrating the official establishment and providing information to all interested stakeholders.


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2013-06-20 15:51

Komplexes einfach machen!


Ein Buch, das die Relevanz von Nachhaltigkeit für das Handwerk praktisch erklärt.


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2013-06-04 12:35

ECO Platform founded


On the way to a European Core EPD Christian Donath appointed as Managing Director


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Nachhaltiges Bauen ist mehr als "grün"

2010-06-30 19:45 von Christian Donath

Christian Donath, Geschäftsführer von Consulting Donath, im Intervie mit greenIMMO über Nachhaltigkeitsberatung

Nachhaltiges Bauen in der Hafencity Hamburg

Frage1: Herr Donath, vor kurzem haben Sie Ihr Unternehmen Consulting Donath gegründet, das sich auf Nachhaltigkeitsberatung spezialisiert hat. Was versteht man unter Nachhaltigkeitsberatung und wen beraten Sie?

Consulting Donath konzentriert sich bei der Beratung auf den Bereich des nachhaltigen Bauens. Hier liegen die Kernkompetenzen mit viel Erfahrung in der Abwicklung von Bauprojekten im In- und Ausland. Die Beratung richtet sich vor allem an Projektentwickler, Bauherren und Investoren und hilft Ihnen zunächst mit einer Projektanalyse, die entscheidenden Handlungsfelder zu erkennen und die Ziele entsprechend dem Bedarf eindeutig, messbar und umsetzbar zu definieren.

Dabei stehen den Chancen natürlich auch Aufwände gegenüber. Viele Projektentwickler glauben, dass nachhaltiges Bauen zwangsläufig mit deutlichen Mehrkosten verbunden sei und sich für kleinere und mittelgroße Projekte nicht rechne. Ich glaube, dass sich Nachhaltigkeit immer rentiert, sonst wäre das Projekt eben nicht nachhaltig.

Doch kaum jemand hat ein umfassendes Verständnis für die komplexen Sachverhalte des nachhaltigen Bauens. Die Prioritäten können je nach Objekt sehr unterschiedlich sein und Zielkonflikte erschweren den Überblick. Der Markt ist extrem dynamisch und wir müssen uns zudem auf neue gesetzliche Anforderungen einstellen. Da kann nachhaltiges Bauen schnell unnötig sehr teuer werden – nicht nachhaltig zu bauen allerdings noch viel teurer. Der Beratungsbedarf ist enorm.

Nachhaltigkeit bedeutet für mich vor allem Ausgewogenheit der entscheidenden Themenfelder und Konzentration auf das Wesentliche. Nur so lässt sich langfristig erfolgreich handeln.

Frage 2: Wann nimmt man Ihre Dienstleistungen idealerweise in Anspruch?

So früh wie möglich. In der Konzeptionsphase eines Projektes werden die entscheidenden Weichen gestellt. Diese grundlegenden Entscheidungen sollten erst getroffen werden, nachdem ein umfassendes Verständnis für die zahlreichen und vielschichtigen Themen sowie deren Abhängigkeiten vorliegt. Jedes Projekt ist einzigartig und erfordert eine gründliche Untersuchung. In der frühen Projektentwicklung entscheidet sich, ob ein Projekt nachhaltig wird und mit welchem Aufwand.

Frage 3: Obwohl der Begriff Nachhaltigkeit allgegenwärtig in der Bau und Immobilienbranche ist, scheint nicht klar zu sein, was man genau darunter zu verstehen hat. Geht es lediglich um den sparsamen Energieverbrauch eines Gebäudes und dessen technische Optimierung oder greift die Definition weiter?

Nachhaltigkeit ist so schwer zu verstehen, weil je nach betrachtetem Objekt hier nachhaltig ist, was dort nicht nachhaltig ist. Dazu kommt neuerdings ein geradezu inflationärer Umgang mit dem Begriff. Grundvoraussetzung für nachhaltiges Handeln ist langfristiges, ganzheitliches und verantwortungsbewusstes Denken.

Ich sage immer „Nachhaltiges Bauen ist mehr als grün“ und will damit sagen, dass Energieeffizienz und die ökologischen Kriterien allein, nicht ausreichen. Es fehlen wesentliche Aspekte der Betrachtung, z.B. die ökonomische Sicht. Lösungen die sich nicht rechnen, werden sich kaum durchsetzen. Das ist nicht nachhaltig gewirtschaftet. Die Betrachtung der Lebenszykluskosten, der Werthaltigkeit, der Umnutzungsfähigkeit, der Standortfaktoren und des Risikomanagements seien hier exemplarisch als wesentliche Stichworte genannt. Auch die Perspektive der Nutzer wird erstaunlicherweise häufig nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt. Dabei wird das Gebäude doch für einen bestimmten Zweck erstellt und den soll es möglichst gut erfüllen. Ich nenne den Grad der Nutzbarkeit die Gebäudeperformance. Werden die Anforderungen im Sinne der Nutzung frühzeitig, eindeutig und messbar definiert, ist eine wesentliche Voraussetzung dafür geschaffen, dass die Immobilie lang und erfolgreich genutzt wird.

Frage 4: Worin unterscheiden Sie sich von einem Energieberater?

Der Energieberater hat im Planungsteam die Aufgabe, das Energiekonzept des Projektes zu optimieren, eine komplexe Aufgabe, die viel Erfahrung erfordert. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und steigender Energiepreise ein zunehmend wichtiges Feld. Ich kenne einige sehr erfahrene Spezialisten auf diesem Gebiet. Da die Energiethemen aber nur einen von vielen wesentlichen Bereichen des nachhaltigen Bauens darstellen, geht die Nachhaltigkeitsberatung deutlich weiter als die Energieberatung. Ein optimales Energiekonzept ist ein wichtiger Teil der Gesamtlösung, aber eben nur ein Teil. Es gilt die unterschiedlichen Ziele des nachhaltigen Bauens gleichzeitig zu betrachten und entsprechend einer zuvor festgelegten Gewichtung zu behandeln. Consulting Donath hilft bei der Festlegung dieser Gewichtung und kann Bauherren bei der anschließenden Realisierung beratend, koordinierend oder steuernd unterstützen.

Frage 5: Was erhält der Auftraggeber von Ihnen konkret? Erstellen Sie ein Gutachten, aus dem die weiteren Schritte für die Immobilie ersichtlich sind?

Ja, und zwar schnell und effektiv. Allerdings ist hierfür zunächst die Mitwirkung des Auftraggebers erforderlich. Neben einer Analyse der vorhandenen Informationen und evtl. zusätzlich erforderlichen Rechercheleistungen gehen wir mit dem Auftraggeber eine Fragenliste in Checklistenform zu den zahlreichen Themen der Nachhaltigkeit durch. Dabei werden die Befragten schnell und konkret mit den unterschiedlichen Aspekten, Risiken und Chancen des nachhaltigen Bauens vertraut gemacht und wir lernen gleichzeitig das Projekt und die Ziele des Kunden kennen. Auf dieser Basis werten wir das Projekt aus und stellen dem Auftraggeber kurze Zeit später die Ergebnisse der Projektanalyse vor. Gemeinsam werden die Handlungsvorschläge und Aufwände nochmals diskutiert. Abschließend erhält der Kunde einen Masterplan für das weitere Vorgehen. Darin findet er nicht nur die wichtigsten Aktivitäten und einen groben Zeitplan für die Abwicklung seines Projektes, sondern auch die zu erwartenden Ressourcen und auf Wunsch Empfehlungen zu den erfahrensten Experten  auf dem Markt.

Frage 6: Eigentlich sind Sie Bauingenieur, also jemand der sich mit den bautechnischen und physikalischen Funktionsweisen eines Gebäudes beschäftigt. Um Ihre Aufgabe als Berater für Nachhaltigkeit professionell ausüben zu können, müssen Sie über eine Vielzahl anderer nichttechnischer Kompetenzen verfügen, zum Beispiel im Bereich der Immobilienökonomie. Wie vereinen Sie diese unterschiedlichen Branchenkenntnisse?

Das ist richtig. Die Beratung zu einem derart ganzheitlichen Thema erfordert einen umfassenden Überblick über alle Disziplinen sowie alle Phasen und Stakeholder der Immobilie. Meine Erfahrungen auf den technischen Gebieten und das Verständnis für die Planungs- und Bauprozesse bilden eine gute Basis. Es wäre aber vermessen, wenn irgendjemand behauptete er kenne sich mit allen Themen des nachhaltigen Bauens aus. Dafür erfordern die einzelnen Fachgebiete zu spezifisches Wissen. Consulting Donath stützt sich dabei auf ein weites Netzwerk von Experten aller Disziplinen mit denen wir kooperieren. Wir wissen wer wo was kann.

Durch meine Tätigkeiten im Bereich des innovativen Bauens für die Bauindustrie und natürlich durch mein Engagement bei der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ist ein guter Überblick über den Markt entstanden. Der enge Kontakt zu wesentlichen Marktteilnehmern aus Immobilien- und Finanzbranche, Gebäudenutzern und -betreibern, Architekten und Ingenieuren, Bau- und Baustoffindustrie, Verbänden und Politik, Hochschulen und Forschungsinstituten haben ein tiefgreifendes Verständnis für die Interessen und Abhängigkeiten des Marktes und seiner Teilnehmer entstehen lassen. Die Kontakte und der Blick für die Entwicklungen des Marktes und der Politik auf nationaler wie internationaler Ebene sind wichtige Grundlage für die Beratungskompetenz.

Frage 7: Zuvor waren Sie Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und haben die Organisation maßgeblich mit aufgebaut. Damit hatten Sie die Möglichkeit, ein interdisziplinäres Netzwerk zwischen den Bauschaffenden, der Immobilienwirtschaft und der Bauindustrie zu initiieren, das es so bis dahin nicht gab. Welche Erfahrungen haben Sie hinsichtlich der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Partnern gemacht?

Ich fand es äußerst beeindruckend zu sehen, wie Fachleute unterschiedlichster Disziplinen zusammen an einem übergreifenden Ziel arbeiten und dabei Konkurrenzsituation oder Abhängigkeitsverhältnisse aus der üblichen „Fresskette“ in den Hintergrund treten. Es war zu spüren, dass hier etwas Bedeutendes passiert. Einigen war es früher klar als anderen: Das geht nicht mehr weg!

Inzwischen setzt sich in der Branche zunehmend die Erkenntnis durch, dass sich nicht nachhaltige Immobilien bald nicht mehr rentabel vermarkten lassen. Es ist ein angenehmes Gefühl für alle, etwas Gutes zu tun, und damit gleichzeitig Geld zu verdienen.

Frage 8: Wird das Themenfeld Nachhaltigkeit die beruflichen Anforderungen an Bauingenieure und Architekten langfristig verändern? Und damit auch die beruflichen Chancen verbessern?

Diese Frage ist zweifelsfrei mit „Ja“ zu beantworten. Politische Maßnahmen wurden bereits beschlossen, weitere sind angekündigt und werden das Bauwesen noch stark verändern. Und diese Entwicklung ist global. Bereits heute nehmen alle Universitäten zu denen ich Kontakt habe die Themen der Nachhaltigkeit in Ihre Lehre mit auf. Auch Architekten- und Ingenieurkammern sehen die zukünftige Bedeutung des nachhaltigen Bauens und kümmern sich sehr um das Thema. Allerdings möchte ich betonen, dass in Deutschland zumindest in Teilen bereits heute nachhaltig gebaut wird. Das Know-how und die Produkte existieren. Wir müssen lediglich lernen, die vorhandenen Techniken sinnvoll einzusetzen. Eine frühzeitige Zielfestlegung und integrale Planung sind die Schlüssel zum Erfolg.

Ich sehe in der Nachhaltigkeit eine große Chance, gerade für deutsche Produkte und Dienstleistungen. Intelligente Lösungen und Qualität sind gefragter als zuvor und werden vermarktbar. Qualität zahlt sich aus und wird bezahlt. Deutschland steht für Qualität. Zudem sehe ich Deutschland als „Öko-Weltmeister“. Gerade auf dem Bereiche der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz liegen wir im internationalen Vergleich auch gegenüber allen westlichen Ländern vorn. Deutsche Technik, Bauprodukte, Planung, Ausbildung und Normung werden verstärkt nachgefragt sein und bieten exzellente Exportchancen. Das sich bietende Potential schöpfen wir meines Erachtens noch lange nicht aus.

Frage 9: Zum Schluss möchten wir mit Ihnen gerne in die Glaskugel schauen. Wie wird Consulting Donath in fünf Jahren aufgestellt sein?

Wir haben uns in der Branche durch exzellente Beratung einen Namen gemacht, gelten als erste Adresse und Garant für nachhaltigen Projekterfolg unserer Auftraggeber. Consulting Donath wird aber ein kleines Unternehmen bleiben, das sich auf die übergreifende und unabhängige Beratung konzentriert. Die Stärke beruht weiterhin auf einer einzigartigen Marktkenntnis, dem Blick für das Wesentliche und einem Netzwerk erstklassiger Experten für alle Spezialthemen.

Herr Donath, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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